Darmkrebsvorsorge

Spiegelung statt Darmkrebs: Vorsorgeuntersuchungen retten Leben

Darmerkrankungen sind kein beliebtes Thema in unserem Kulturkreis. Zu groß ist die Scham, zu sehr fühlen wir uns in unserer Privatsphäre bedroht, wenn es an solche Themen geht. Dennoch sollte sich jeder Mensch mit dem Thema Darmkrebs und mit der richtigen Vorsorge beschäftigen, denn diese Art von Krebs wird mittlerweile auch bei jüngeren Menschen häufig diagnostiziert. Sie ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland. Weil die Vorsorge jedoch erst mit Ende Vierzig oder gar später begonnen wird, wird der Krebs bei Patienten Anfang Dreißig oft viel zu spät erkannt.

Darmkrebsvorsorge: Lieber früher als später

Eine vorsorgliche Darmspiegelung wird von vielen Krankenkassen erst ab einem Alter von fünfzig oder fünfundfünzig Jahren übernommen. Viele Menschen nutzen dann die Angebote nicht, weil sie die Spiegelung scheuen. Sie kann jedoch zur Früherkennung äußerst nützlich sein, denn gutartige Polypen werden hierbei erkannt und können dann entfernt werden, bevor sie sich zu Tumoren entwickeln. Ähnlich wie bei vielen Fällen von Brustkrebs, verursachen die Tumore zu Beginn keine Beschwerden, weshalb eine Früherkennungsuntersuchung die einzige Möglichkeit ist, Darmkrebs im Frühstadium schon zu entfernen. Etwa 50000 Fälle könnten durch regelmäßige Untersuchungen der Patienten in Deutschland pro Jahr vermieden werden.

Heilungschancen sind gut – wenn der Krebs früh genug erkannt wird

Wer regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, hat bei einer Krebsdiagnose sehr gute Heilungschancen. Anders sieht es aber aus, wenn Patienten mit dem Gang zum Arzt so lange warten, bis Blut im Stuhl ist oder der Darm ernsthafte Beschwerden verursacht. Dann hat der Krebs meist schon gestreut und eine Therapie ist schwieriger und bietet weniger Heilungsaussichten. Um dem höheren Risiko für Darmkrebserkrankungen bei Männern entgegenzuwirken, wird die Darmspiegelung für sie fünf Jahre früher von den Krankenkassen empfohlen, als für Frauen.

Alternativen zur Darmspiegelung

Die Koloskopie, also Darmspiegelung, ist ein invasiver Eingriff, den viele Patienten ablehnen. Sie sehen Risiken dabei und scheuen außerdem die unangenehme Situation sowie das zuvor notwendige Abführen mithilfe von Abführmitteln. Für diese Menschen gibt es aber eine andere Möglichkeit, Polypen und Tumore bereits früher zu erkennen: Die Stuhluntersuchung kann bereits kleinste Mengen Blut im Stuhl nachweisen, die auf eine Erkrankung hindeuten können. Jedoch erreicht diese Methode der Früherkennung nicht die Genauigkeit einer Koloskopie, bei der etwa 90% der Polypen und Tumore schon sehr früh erkannt werden können. Eine Wiederholung des Tests ist also nötig, um die Genauigkeit zu erhöhen. Manche Tumore bluten nicht oder nur zeitweise und sind daher mit einer Stuhluntersuchung nur schwer nachweisbar.

Denken Sie an die Folgen

Natürlich ist eine Darmspiegelung keine angenehme Untersuchung und sie birgt wie jeder Eingriff auch Risiken. Eine Früherkennung von Krebs kann Sie jedoch vor viel unangenehmeren und gefährlichen Situationen bewahren. Daher empfehlen Ärzte und Krankenkassen, die Vorsorge ernst zu nehmen. Besonders, wenn in der Familie bereits sporadisch Darmkrebs diagnostiziert wurde oder gar eine erbliche Form von Darmkrebs vorliegt, müssen Sie schon früher mit der lückenlosen Vorsorge beginnen.

Selbst aktiv werden gegen das Risiko

Ist die Diagnose Krebs erst gestellt, kann man als Patient kaum mehr tun, als die Ärzte verlangen. Aber auch bevor auch nur ein Anlass zur Sorge besteht, kann jeder Mensch dem Darmkrebs vorbeugen. Das geht durch eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen und wenig Zucker oder künstlichen Zusatsstoffen, die den Darm fit halten und ihn keinem Stress aussetzen. Durch vitaminreiche Kost wird der Darm zusätzlich mit gesundheitsfördernden Stoffen geflutet, die die Zellen gegen Krebs wappnen. Die im Darm enthaltenen Bakterienkulturen haben ebenfalls einen großen Einfluss auf dessen Gesunderhaltung, denn je nach Ernährungsweise ändert sich die Zusammensetzung günstig oder ungünstig.

Andere Faktoren beeinflussen ganz generell das Krebsrisiko negativ, wie Rauchen, die Einnahme vieler Medikamente, Stress und Bewegungsmangel. Insofern kann man diese Krebsart als eine Folge der modernen Industriegesellschaft sehen, die im Überfluss der Kalorien und des Zuckers, aber mit weniger Vitaminen und Ballaststoffen ernährt wird und gleichzeitig viel Zeit in Büros verbringt.

Verstopfung, nervöse Verstimmungen des Darms, Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall können sich dann einstellen und auch chronisch werden. Der Markt bietet gegen diese Beschwerden viele medikamentöse Helfer, die aber das Problem nicht an der Wurzel packen. Mit regelmäßiger Bewegung können Sie die Darmtätigkeit unterstützen, sodass Ihr wichtigstes Verdauungsorgan nicht träge wird. Ein gesunder Darm braucht keine Medikamente, die zwar kurzfristig Erleichterung verschaffen, ihn letztlich aber zusätzlich belasten und das Krebsrisiko erhöhen.

Der Darm bildet einen riesigen Umschlagplatz für alle Stoffe, die vom Körper über die Nahrung aufgenommen werden. Diese Leistung ist erheblich und hat daher großen Einfluss auf die Gesundheit des ganzen Menschen. Deshalb wird in asiatischen Kulturen ein starker Fokus auf die Darmgesundheit gelegt. Wenn Sie es für sich selbst ebenso halten, haben Sie gute Chancen, den Darm zu entlasten und gesund zu bleiben.