Infektionsschutz

Hygiene und Infektionsschutz zu Hause und unterwegs

Winterzeit ist Erkältungszeit. In den kalten Monaten neigen viele Menschen zu dauerhaften oder ständig wiederkehrenden Infekten, die sie regelmäßig für mehrere Tage schwächen. Gerade ältere Menschen, Schwangere und Babys müssen vor schweren Infektionskrankheiten geschützt werden, denn ihr Immunsystem kann sich bei einer Infektion gegen Bakterien und Viren nicht so gut zur Wehr setzen. Aber wo sind eigentlich genau die größten Bakterienherde in Haushalt und im öffentlichen Raum? Wie kann man eine Infektion möglichst verhindern, wenn überall auf dem Arbeitsplatz, in Schule und Kindergarten gehustet, geschnieft und gefiebert wird?

Infektionen gehören zum Leben dazu

Vorweg sei gesagt, dass fast niemand durch den Winter kommt, ohne sich eine Erkältung einzufangen. Auch Kinder vor allen Arten von Infekten zu bewahren wird nicht funktionieren. Um das Immunsystem stark werden zu lassen braucht es sogar Infekte, denn die Konfrontation mit Bakterien schult die Abwehr darin, schädliche von ungefährlichen Keimen zu unterscheiden.

Selbstverständlich ist es sinnvoll, das Immunsystem darüber hinaus durch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung zu stärken und auf ausreichend Bewegung und frische Luft im Alltag zu achten. Besonders bei einer Erkältung ist kühle, feuchte Luft für die Genesung hilfreich, sofern kein Fieber im Spiel ist. Draußen in der Kälte ist der Mensch überdies nicht der hohen Keimdichte ausgesetzt, die in geschlossenen Räumen im Winter zu finden ist. Warm eingepackt nach draußen zu gehen ist also nur von Vorteil.

Richtiges Händewaschen ist das A und O des Infektionsschutzes

Hygiene wird besonders in öffentlichen Einrichtungen mit viel Kundenverkehr, in Krankenhäusern oder in Betreuungseinrichtungen für Kinder und Senioren wichtig. Hier stehen meist gut sichtbar an den Ein- und Ausgängen Handdesinfektionsspender zur Verfügung. Diese sollten Sie auch nutzen, wenn gerade Infektionskrankheiten im Umlauf sind oder wenn Sie selbst erkrankt sind. Besonders in Krankenhäusern und Seniorenheimen sind die Personen oft durch ihr geschwächtes Immunsystem anfällig für Infektionen aller Art. Sie tragen also auch als Besucher eine gewisse Verantwortung für die Gesundheit der Patienten und Bewohner.

Die meisten Keimherde befinden sich aber dort, wo man sie weniger vermutet. Durch Niesen, Husten oder einfach durch die Atmung erkrankter Personen gelangen krankmachende Keime in die Umgebungsluft. Sie können dem kaum entgehen, denn auch ein Atemschutz kann die kleinen Krankmacher nicht sicher aufhalten. In einer heftigen Krankheitswelle sollten Sie also große Menschenansammlungen möglichst meiden, um dem Ansturm der Keime zu entgehen. Sind Sie selbst erkrankt, ist es am besten, Sie niesen oder husten in die Armbeuge. So wird die Erkältung nicht beim nächsten Händedruck übertragen.

Aber auch Oberflächen sind Keimherde. Statt in der oft als besonders dreckig empfundenen Toilettenschüssel tummeln sich infektiöse Keime aber besonders an Stellen, die viele Menschen mit ihren Händen berühren: Türklinken, Handläufe von Rolltreppen, Haltegriffe in Bussen und Bahnen oder Knöpfe von Aufzügen sind bei einer Abklatschprobe die Keimverteiler schlechthin aus dem öffentlichen Raum. Hier hilft nur ein einziges Mittel gegen die größte Ansteckungsgefahr: eine gute Handhygiene. Neben der Benutzung der angebotenen Handdesinfektion helfen auch Desinfektionstücher oder ganz einfach die gute alte Seife, die lange auf alle Stellen an den Händen aufgetragen werden soll. Es dürfen dabei auch die Zwischenräume zwischen den Fingern und die Fingerkuppen nicht vergessen werden. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahme ist, dass das Händewaschen nicht nur gründlich, sondern auch gefühlt sehr lange erfolgen muss, damit die alkalische Seife allen Einzellern den Garaus machen kann. Ist die Einwirkzeit der Seife zu kurz, können Sie sich doch infizieren.

Im Privathaushalt sind neben den Türgriffen auch Computertastaturen und Kühlschränke besonders belastet. Außerdem tummeln sich auf älteren Zahnbürsten besonders viele Bakterien. Tauschen Sie daher die Zahnbürsten wie empfohlen spätestens alle drei Monate und immer nach einer Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes aus. Bei Magen-Darm-Infekten sollte neben der getragenen Kleidung auch die Bettwäsche möglichst heiß gewaschen und die Toilette regelmäßig desinfiziert werden. Auch das aufsteigende Aerosol von Erbrochenem kann für die reinigende Person infektiös sein. Tastaturen können in der Erkältungszeit mit einem Desinfektionstuch vorsichtig gereinigt werden, ebenso wie Türklinken. Im Kühlschrank reicht eine regelmäßige Reinigung mit Essigwasser, um die nötige Hygiene wieder herzustellen. Hier breiten sich Krankmacher bevorzugt dann aus, wenn Lebensmittel schimmeln oder lange gelagert werden.

Nicht alle Keime sind böse: Übertriebenes Hygieneverständnis schadet der Gesundheit

Übertriebene Hygiene zu allen Zeiten des Jahres ist im Privathaushalt eher schädlich als hilfreich. Die meisten Bakterien auf unserer Haut und in unserem Umfeld sind für den Menschen weder schädlich noch belastend. Sie sind im Gegenteil sogar sehr nützlich und halten den Menschen gesund. Desinfektion ist nur dann sinnvoll und trägt zu einer tatsächlichen Hygiene bei, wenn ansteckende Krankheiten akut in der Familie grassieren oder wenn generell eine Infektionswelle im näheren Umfeld bekannt ist. In der Regel reichen milde Allzweckreiniger, Seife oder Essigreiniger für die normale Reinigung der Wohnung völlig aus. Besonders mit Kindern im Haushalt kann der übermäßige Gebrauch von Desinfektionsmitteln zu Allergien und Atemwegsproblemen wie Asthma führen. Nutzen Sie also bisher aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus Reiniger mit enthaltenem Desinfektionsmittel, dann versuchen Sie in Zukunft nach und nach darauf zu verzichten, wo es geht. Dies gilt natürlich nur dann, wenn niemand in der Familie aufgrund einer chronischen Erkrankung auf eine möglichst keimfreie Umgebung angewiesen ist.